
Barbara Rainer
Die Schriftenleserin
Kurrent · Sütterlin · Alte Handschriften
Vergessene Zeilen
wieder lesbar machen.
In vielen Familien schlummern alte Schachteln und Notizbücher: Briefe von Großeltern, eng beschriebene Feldpostkarten, ein Tagebuch in Kurrent oder vergilbte Urkunden. Oft weiß niemand mehr, was darin steht – die Schrift ist fremd geworden, die Tinte verblasst.
Mich fasziniert das genaue Hinsehen. Ich lese alte deutsche Handschriften und übertrage sie sorgfältig in eine klare, heute lesbare Schrift. Zeile für Zeile, Buchstabe für Buchstabe – damit die eigenen Familiengeschichten und persönlichen Zeilen wieder verständlich werden.
Was ich für dich lesen kann
Briefe & Postkarten
Persönliche Korrespondenz, Feldpost und Notizen in Kurrent oder Sütterlin Wort für Wort übertragen.
Beispiel: eine Postkarte aus Bensen

Verehrter Herr ***! Gestern konnte ich mir die fragl. Heimatkundlichen Mitteilungen Runges aus dem [Werke?] von Merkers erst anschaffen. Das [Werk?] enthält keinen der mir mitgeteilten Namen. Ich weile über die ersten Maitage in Bensen. Nach meiner Rückkehr will ich in Ihrem Sinn weiterforschen, empfehle aber doch, mit Professor Franz Runge, Landesanstalt für Heimatforschung in Reichenberg unmittelbar in Verbindung zu treten, der Ihnen gern zur Verfügung sein dürfte u. mir auch der zuständige Mann zu sein scheint. Sollten Sie bei weiteren Forschungen meiner bescheidenen Unterstützung bedürfen, so werden Sie mich immer bereit finden. Über die Familie Max haben auch die Mitteilungen des Vereines f. Geschichte der Deutschen in Böhmen wiederholt ausführlich berichtet. Mit ergeb. Grüßen Ihr Hegenbarth
Tagebücher & Aufzeichnungen
Längere handschriftliche Texte, Erinnerungen und Notizbücher behutsam transkribieren.
Beispiel: Aufzeichnungen von Zedlitz
Ein Beispiel meiner Transkriptionsarbeit findest du im Crowdsourcing-Projekt der Wienbibliothek.
Urkunden & historische Dokumente
Alte Kirchenbucheinträge, Tauf-, Trauungs- und Sterbeurkunden sowie amtliche Zeugnisse entziffern.
Beispiel: Matriken – Trauung 1802

1802. Novembris 15ta. Honestus juvenis Andreas Hölzl, filius legitimus Viti Hölzl, fossoris minarum auri et incolae in [Murrlehen?], et uxoris ejus Mariae Cabrunerinn, defunctorum, et possessor villae Oberschlettern, annorum 29, et pudica virgo Barbara Kerschbaumerinn, filia legitima Bartholomaei Kerschbaumer adhuc in vivis, et uxoris ejus Margarethae Pfeiffenbergerin, piae memoriae, incolae in Kletlehen, et ancilla in Kletlehen, annorum 32. Antonius Kerschbaumer, braxator in Rauris, et Joannes Embacher, rusticus in Mittelschlettern hujus vicariatus.
Am 15. November 1802 wurden getraut: der ehrbare Junggeselle Andreas Hölzl, Sohn des verstorbenen Goldbergarbeiters Veit Hölzl und seiner Ehefrau Maria Cabruner, Besitzer von Oberschlettern (29 Jahre), und die Jungfrau Barbara Kerschbaumerin, Tochter des noch lebenden Bartholomäus Kerschbaumer und der verstorbenen Margaretha Pfeiffenbergerin, Dienstmagd im Kletlehen (32 Jahre). Trauzeugen: Antonius Kerschbaumer (Brauer in Rauris) und Johannes Embacher (Bauer in Mittelschlettern).
Das Dokument wird lesbar
Ein handschriftlicher Konzertbericht in Kurrent – und die Zeilen, die daraus hervortreten.
Aus einer privaten Notizensammlung.
Die Lesefassung
Herr Höger fiel mit einem Concerte auf, welches er am 22 April im Saale der Sofieninsel mit seinen vorgerücktesten Zöglingen aufführte. Selbes unterschied sich von den gewöhnlichen Produktionen anderer Institute. Wir hörten Werke, welche sehr viel Technik u. Kunstverständnis erheischen […] Frl. Berta Bauer spielte den 1. Satz aus Mozarts d moll Concert mit Orchesterbegleitung […] Frl. Emma von Max überraschte das Auditorium mit der äußerst gelungenen Durchführung des Es Dur Concertes von Beethoven […] Liszt’s schwierige Phantasie über ‚Rigoletto‘-Motive…
Der abgebildete Schluss
ohne Noten einzulassen. Liszt’s schwierige Phantasie über „Rigoletto“-Motive hörten wir Frl. Ida [Exner?] sehr gelungen durchführen. Das Concert endigte Frl. Emma von Max mit den „Poesien“ von Hans Seeling, denen die geübten Hände der jungen Künstlerin den reizendsten Ausdruck verliehen.
Aus scheinbar unentzifferbaren Tintenschwüngen wird wieder der unmittelbare, lebendige Wortlaut. Unsichere Stellen oder Abkürzungen werden dabei ehrlich und klar gekennzeichnet.
Hast du ein altes Schriftstück,
das du gerne verstehen möchtest?
Wenn du jemanden brauchst, der dir beim Entziffern hilft: Schreib mir gerne eine E-Mail.
Du kannst mir einfach ein Foto oder einen Scan des Dokuments mitsenden. Ich werfe einen Blick darauf und gebe dir Bescheid, ob und wie ich dir beim Lesen helfen kann.
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