Schriftzug UNKRAUT, gefüllt mit Bildern von Löwenzahn, Giersch, Ackerschachtelhalm, Goldrute, Zaunwinde und einer Hand im Gartenhandschuh

Wilde Paradiese ·

Unkraut erkennen & bekämpfen: 8 Wurzelunkräuter im naturnahen Garten

Du hast dein Beet frisch angelegt – und es kommt das Unkraut. Ärgere dich nicht. Mit Regelmäßigkeit am Anfang bekommst du es in den Griff. 4 Unkrautquellen, die Top 8 Unkräuter zum Ausstechen – und warum Gelassenheit auch zum Pflegeplan gehört.

Auf einen Blick

  • Unkraut hat vier Quellen: Samen aus Pflanzerden, Wurzelunkräuter im Untergrund, Mulche und Wind & Tiere.
  • Konsequenz am Anfang lohnt sich – die Unkrautfracht im Boden wird mit den Jahren weniger.
  • Null Toleranz bei den 8 Klassikern: Löwenzahn, Hahnenfuß, Giersch, Goldrute, Quecke, Ampfer, Schachtelhalm, Winden.
  • Kein Gift. Niemals. Es vernichtet auch alles, was du dir gewünscht hast.

— Eine andere Sicht aufs Unkraut

Eine natürliche, dynamische Entwicklung von Pflanzengemeinschaften

Du hast dir Gedanken gemacht über die Gestaltung deines Gartens. Dein Garten soll eine Vielfalt gewisser ausgewählter Pflanzen auf gewissen Standorten beherbergen. Du bist bereit, eine dynamische, natürliche Entwicklung zuzulassen. Du erwartest nicht, dass alle Beete nächstes Jahr genauso aussehen wie dieses Jahr.

Aber wann ist es nicht mehr im Griff zu behalten mit dem Unkraut? Und warum kommt da überhaupt Unkraut daher? Drei Quellen sind in jedem Garten vorhanden – eine vierte trägt der Wind herbei. Wenn du gar nicht regulierst, können aufkommende Kräuter und Gräser dominant werden und deine beabsichtigte Pflanzung verdrängen.

Wollen wir nicht. Mit ein wenig Regelmäßigkeit am Anfang, wenn deine Beete angelegt worden sind, kannst du die Unkrautdichte niedrig halten – und damit unter Kontrolle bekommen.

— Woher kommt das Unkraut

Die 4 Quellen für Unkraut im Garten

1 — Samen-Unkräuter aus Pflanzerden

Auch gute Substrate aus dem Erdenwerk enthalten fast immer Samen einjähriger Ackerkräuter und -gräser. Sie keimen im ersten Jahr willig auf. Tröstlich: Du ziehst sie heraus, bevor sie blühen – und die Sache hat sich erledigt.

2 — Wurzelunkräuter

Sie kommen aus tieferen Bodenschichten, aus beigemischter Erde oder aus eingegrabenen Grassoden (bitte nie tun!). Diese Wurzelkräuter machen die echte Arbeit – und müssen am Anfang konsequent ausgegraben werden.

3 — Mulche

Mulch hilft den frisch gepflanzten Stauden gegen das Unkraut. Mit Rindenmulch holst du dir aber gelegentlich auch Schachtelhalm oder bizarre Pilze ins Beet – die Pilze sind harmlos und gehören zum natürlichen Zersetzungsprozess.

4 — Wind, Vögel, Ameisen

Samen fliegen, Vögel verbreiten, Ameisen tragen. Je dichter dein Beet bewachsen ist, desto schwerer haben es die Keimlinge. Mit der Zeit übernimmt die Pflanzung selbst die Regie.

Wurzelunkräuter entfernst du gewissenhaft – erkennen üben, jagen, ausstechen, metzeln, murxen. Kein Gift, das killt auch deine Blumen. Und bitte: nicht auf den eigenen Kompost. Im normalen Hausgarten erreichst du selten die Temperaturen, die hartnäckige Unkräuter zerstören. Ab zur Kompostieranlage oder in die Biotonne.

— Null Toleranz

Unkraut-Hitliste: Diese 8 musst du im Auge behalten

Auch wenn du alles fachgerecht angelegt und vorbereitet hast – früher oder später begegnen dir diese Kandidaten. Steche sie gleich von Anfang an mit Stumpf und Stiel aus.

Botanische Illustration Löwenzahn (Taraxacum officinale)
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Löwenzahn

Taraxacum officinale

Wenn er blüht, ist er Nahrung für Insekten – aber seine Samen fliegen zu Abertausenden. Den Samenflug solltest du verhindern. Stich ihn aus, sobald du ihn entdeckst, mit Unkrautstecher oder Pflanzschaufel. Die tiefe Pfahlwurzel muss raus.

Tipp: Im Frühling die jungen Blätter abzupfen – ab in den Frühlingssalat.

Botanische Illustration Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens)
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Kriechender Hahnenfuß

Ranunculus repens

Liebt nährstoffreiche, zur Verdichtung neigende Lehmböden. Dort krallt er sich fest und ist nur mehr schwer mit all den unzähligen Wurzelausläufern zu fassen zu bekommen. Bildet oberirdische Ausläufer, die an jeder Blattachse wurzeln – ähnlich wie eine Erdbeere. Wenn sich ein Teppich gebildet hat, ist er kaum mehr zu fassen. Sofort entfernen.

Blätter sind auch im Winter grün. Nicht essen.

Botanische Illustration Giersch (Aegopodium podagraria)
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Giersch

Aegopodium podagraria

Wunderwurzeln plus Versamung! Nicht auch noch versamen lassen! Erobert große Flächen über lange weißliche Rhizome, die sich stellenweise ganz gut rausziehen lasssen aus dem Boden - aber du erwischt niemals alles. Ein Millimeter Wurzelchen genügt für einen Neuaustrieb. Reiße jede noch so kleine Kolonie konsequent unter- und oberirdisch aus. So kannst du ihn schwächen. Das ist aber langwierig und dauert lange.

Junge Blätter im Frühling im Salat – schmecken sehr gut. Finde ich.

Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)
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Kanadische Goldrute

Solidago canadensis

Schön gelb – aber wo sie sich breitmacht, wächst sonst bald nichts mehr. Lass sie auf keinen Fall versamen, grabe kleine Bestände mit Rhizom aus, mähe größere 3–4 mal pro Jahr, das schwächt den Bestand. Bitte nicht in die freie Landschaft entlassen.

Als Ersatz: Solidago rugosa „Fireworks" – nicht invasiv, blüht August–Oktober.

Botanische Illustration Quecke (Elymus repens)
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Quecke

Elymus repens

Ein Gras, das sich über Wurzelausläufer in etwa drei Fingerbreit Tiefe ausbreitet – und sich zusätzlich versamt. Jedes Büschel mit der Grabgabel ausgraben, Rhizome mitnehmen. Aus Wurzelresten treibt sie zuverlässig wieder.

Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius)
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Stumpfblättriger Ampfer

Rumex obtusifolius

Stickstoffzeiger. Bildet eine dicke Pfahlwurzel und unzählige Samen, die jahrelang im Boden keimfähig bleiben. Je jünger du ihn erwischst, desto leichter geht er raus. Alte Pflanzen auszugraben ist eine Schinderei. Die Pfahlwurzel musst du ausstechen oder ausgraben. Wenn du nur das Oberirdische erwischst, bildet sie neue Schösslinge aus der Wurzel.

Botanische Illustration Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)
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Ackerschachtelhalm

Equisetum arvense

Verzweigtes, sehr tiefes Wurzelsystem – Ausgraben chancenlos. Treibt unermüdlich nach. Entferne konsequent, was du siehst. Verschwinden wird er nicht. Mein Rat: Gelassenheit üben, Koexistenz suchen, höhere Bepflanzung wählen.

Trostpflaster: Schachtelhalmbrühe (2 Hand voll in 1 l Wasser, 24 h ziehen, 1:10 verdünnt gießen) stärkt Pflanzen gegen Blattläuse.

Ackerwinde (Convolvulus arvensis)
Zaunwinde (Calystegia sepium)
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Ackerwinde & Zaunwinde

Convolvulus arvensis · Calystegia sepium

Beide Windenarten klammern sich an deine Stauden, blühen tatsächlich richtig schön – und wuchern dir trotzdem die Pflanzung zu. Sie treiben dünne, weiße und recht lange Ausläufer. Hacke sie ganzjährig immer wieder ab und lasse sie vertrocknen. Motto: nicht hochkommen, nicht versamen lassen.

Spaziere immer wieder mal durch deinen Garten und staune. Da und dort ein Unkraut, das du einfach entfernen kannst, solange es klein ist – dann genießt du den Rest in aller Gelassenheit.

— Barbara Rainer

— Eine Frage der Perspektive

Unkraut im Staudenbeet – was eigentlich ist Unkraut?

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— Pflanzplanung

Du brauchst eine gut zusammengestellte, robuste Pflanzenauswahl?

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— Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu Unkraut im Garten

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— Wenn du nicht allein hineinwachsen willst

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