Flatlay mit Handschuhen, Skizze, Schaufel und Plan – Garten selber planen in 7 Schritten
Journal

Wilde Paradiese ·

Den Funken für deinen Traumgarten zünden

Gartenplanung mit Intuition und Verstand.

Kennst du das? Du wünschst dir einen Garten, der mehr ist als „ganz nett" – ein lebendiger, schöner, stimmiger Ort. Doch statt Begeisterung macht sich Planungsfrust breit. Zwischen Pinterest und Pflanzenmarkt verlierst du den Überblick. Die gute Nachricht: Es muss nicht kompliziert sein.

Auf einen Blick

Ein stimmiger Garten entsteht in sieben Schritten: erst der innere Garten, dann das Grundstück erkunden, den Geist des Ortes spüren, Funktionen klären, Räume komponieren, Stil entwickeln, Schritt für Schritt umsetzen. Bevor du pflanzt – verstehe, was wirklich sein darf.

Bevor du Beete buddelst, darfst du dich fragen: Was wünsche ich mir eigentlich wirklich? Wie soll sich mein Garten anfühlen? Was muss drin sein im Garten?

— Der Weg

In 7 Schritten zum Garten für die Seele

Statt zwischen Pinterest und Pflanzenmarkt den Überblick zu verlieren, folgst du einer Reihenfolge, die sich in über 30 Jahren Praxis als Landschaftsarchitektin bewährt hat.

1 · Der innere Garten

Bevor du buddelst: Schließ die Augen und besuche deinen Traumgarten in Gedanken. Was siehst du, fühlst du, riechst du? Diese innere Landschaft ist deine Schatzkarte.

2 · Grundstück erkunden

Bestandsplan zeichnen. Licht im Tagesverlauf beobachten, Wind, Ausblicke, Boden – und was unter der Erde liegt (Leitungen, Schächte).

3 · Magische Landschaften

Den Genius Loci spüren. Erinnerungen an Lieblingsorte von früher in archetypische Gartenelemente übersetzen – Höhle, Hain, Himmelsraum.

4 · Funktionen klären

Was willst du wirklich tun im Garten? Frühstücksplatz, Rückzug, Spielen, Werkeln? Eine ehrliche Liste verhindert Überfrachtung.

5 · Komposition

Symbole für Funktionen und Archetypen auf Transparentpapier verschieben, bis die Raumaufteilung stimmig sitzt. Folge dem Gefühl.

6 · Ästhetik & Stil

Wiederholungen, Perspektiven, Einrahmungen, Rhythmus – sieben Gestaltungstricks geben deinem Garten Tiefe und Persönlichkeit.

7 · Umsetzung & Pflege

In Etappen denken. Boden → Bauteile → Beete → Pflanzen. Pflege als Beziehung – passend zu deinem Pflegetyp.

— Schritt 1

Der innere Garten – dein Gefühlskompass

Bevor du an Rasen, Rosen und Rückzugsorte denkst: Tauch ein in einen Ort, an dem du ganz bei dir sein kannst. Schließ die Augen, atme durch – und besuche deinen Traumgarten in Gedanken.

Was siehst du? Wie fühlt es sich dort an? Diese innere Landschaft ist keine Fantasie – sondern Ausdruck dessen, wie ein Ort, in dem du dich rundum wohl fühlst, beschaffen sein darf.

Weiße Figur mit Krone zwischen Sträuchern – Stimmungsbild innerer Garten
In den eigenen inneren Garten eintauchen.

Welches Licht herrscht dort? Zieht es dich in die Höhe oder an eine geschützte Stelle? In die Sonne? In die Stille? In die Wildnis? Was willst du erleben – Rückzug, Begegnung, barfuß durchs Gras?

Welche Pflanzen wachsen in deinem inneren Garten? Gibt es dort Wasser? Beschreibe alles, was in deiner inneren Gartenwelt auftaucht.

Dieser innere Garten ist deine Schatzkarte, die dich durch alle weiteren Planungsschritte begleitet und dir zeigt, was wirklich stimmig ist.

— Schritt 2

Grundstück erkunden – Bestandsplan & Gartenaufmaß

Bevor du etwas veränderst, lohnt sich ein bewusster Blick auf das, was schon da ist. Mach dich auf eine kleine Forschungsreise durch dein Grundstück – mit dem Ziel, es wirklich kennenzulernen.

Maßaufnahme: Hausgrundriss mit Vermessungslinien und Maßangaben
Aus dem Lageplan wird dein Bestandsplan: Maße, Bauten, Grenzen.

Bestandsplan zeichnen

  • Lade eine Luftbildaufnahme deines Grundstücks herunter oder arbeite mit dem Lageplan.
  • Welche großen Elemente (Haus, Bäume, Wege, Teiche …) prägen das Bild?
  • Zeichne die Himmelsrichtungen ein.
  • Licht beobachten: Geh morgens, mittags und abends durch den Garten und notiere, wie das Licht wandert.
  • Wo zieht der Wind durch?
  • Welche Ausblicke möchtest du erhalten, welche lieber verbergen?
  • Wie sieht der Boden aus – eher sandig, tonig, kompakt, feucht?
  • Greif in die Erde – wie fühlt sie sich an? Trocknet sie schnell ab? Gibt es dauerfeuchte Stellen?
  • Was liegt unter der Erde – Schächte, Leitungen, Zisternen?

Mehr zum Thema Boden findest du in meiner Blogserie: Bodenart bestimmen und Mulch im Garten.

— Tipp aus der Praxis

Gartenaufmaß leicht gemacht

Wie du deinen Garten ganz genau aufmisst, erkläre ich dir Schritt für Schritt in meiner Anleitung – inklusive PDF zum Download. Damit aus Eckdaten ein verlässlicher Plan wird, auf dem du weiterzeichnen kannst.

Zur Anleitung Garten aufmessen
Uff, das war schon ganz schön anstrengend – jetzt aber erstmal Pause machen.

— Tiefer einsteigen

Möchtest du tiefer eintauchen in die Kunst der Intuitiven Gartenplanung?

Der Leitfaden „Intuitive Gartenplanung" führt dich durch den ganzen Gestaltungsprozess – vom inneren Gartenbild über die Bestandsaufnahme bis zur zeichnerischen Darstellung der Gartenidee. Ideal, wenn du mit deinem Garten deinen eigenen Weg gehen willst.

Zum Leitfaden

— Schritt 3

Genius Loci – den Geist des Ortes spüren

Magische Landschaften, die unter die Haut gehen

Ein ganz besonderer Teil der intuitiven Gartenplanung ist die Wahrnehmung des Genius loci – „Geist des Ortes". Jeder Garten hat eine bestimmte Atmosphäre, eine Qualität, die sich oft nicht in Worten fassen lässt.

Diese Qualitäten sind wichtige Hinweise für die spätere Gestaltung – aber auch für die Beziehung zu deinem Garten. Durch das genaue Hinsehen entwickelt sich oft schon ein Gefühl von Verbundenheit.

Kind in orangem Rock läuft an blühendem Schneeball vorbei – Lieblingsort, Erinnerung
Erinnerungen an Lieblingsorte sind Gold wert für deine Gartenidee.

Erinnere dich an einen Lieblingsort von früher

Gab es da einen Ort draußen in der Natur, an dem du dich lebendig, frei oder sicher gefühlt hast? Vielleicht ein Ast, auf dem du gesessen bist. Ein Versteck im Gebüsch. Ein sonniger Fleck auf der Wiese, wo du ins Gras geguckt hast. Was war dort besonders? Mit welchen Gartenelementen könntest du dieses Gefühl heute wiederbeleben?

Diese Erinnerungen sind kein sentimentaler Kram – sie sind Gold wert für deine Gartenidee. Wenn du solche Elemente in deinen Garten holst, wird er nicht nur schön, sondern berührend.

👉 Im Leitfaden Intuitive Gartenplanung findest du 11 archetypische Gartenelemente – von der Höhle bis zum Himmelsraum – mit konkreten Anregungen, wie du sie erkennst, kombinierst und in echte Gartengestaltung übersetzt. Ein starker Archetyp reicht oft schon, um deine Gartenidee zum Leuchten zu bringen.

Vertiefend dazu auch der Beitrag: Der Geist eines Ortes – Genius Loci.

— Schritt 4

Funktionen klären – Sitzplatz, Nutzgarten & Co. richtig planen

Dein Garten ist freilich auch ein Lebensraum, der vielfältigen Funktionen gerecht werden soll. Nach all der Inspiration aus den vorangegangenen Schritten lohnt es sich jetzt ganz bodenständig zu schauen: Was brauchst du wirklich – und wofür?

Am Ende sind es häufig die kleinen Dinge, die fehlen: Ein geschützter Frühstücksplatz. Ein bisschen Stauraum. Ein Schattenort für den Mittagsschlaf. Oder ein Streifen Erde für die ersten Möhren.

Blaugrüner Gartenstuhl umgeben von hohen Stauden – ein stiller Sitzplatz
Ein geschützter Sitzplatz – manchmal ist es genau das, was fehlt.

Checkliste für mehr Klarheit

  • Was willst du im Garten tun? (entspannen, werkeln, feiern, spielen …)
  • Welche Menschen nutzen ihn – jetzt und künftig?
  • Welche Sitzplätze magst du (Sonne, Schatten, Sichtschutz)?
  • Brauchst du Spielbereiche oder Rückzugsorte für Kinder?
  • Nutzgarten: Hochbeete, Beerensträucher, Kräuter?
  • Wasser – zum Gießen, Planschen oder Lauschen?
  • Feuerstelle, Außenküche, Grillplatz?
  • Technik & Alltag: Müllplatz, Geräte, Stauraum?
  • Licht, Strom, Bewässerung – brauchst du Strom im Garten?

👉 Hole am besten Stift & Papier und sammle. Frage dich immer: Was brauchst du wirklich, damit dein Garten eine Quelle der Kraft wird – und nicht zusätzlichen Stress macht.

— Schritt 5

Gartenräume planen – Komposition & Raumaufteilung

Die größte Herausforderung meisterst du mit ein paar Tricks – versprochen!

Du fragst dich bestimmt: Wie nimmt mein Garten nun eine konkrete Form an? Wie ein Komponist mit Klängen kannst du jetzt mit den Zusammenklängen in deinem Garten spielen. Es geht darum, dein inneres Gartenbild, die nötigen Gartenfunktionen, die archetypischen Elemente und die Gegebenheiten deines Grundstücks zu einer stimmigen Komposition zusammenzuführen.

Du beginnst, Räume zu formen – mit Übergängen, Wegen und einem natürlichen Fluss. Gestaltung bedeutet: unsichtbare Ordnung sichtbar machen.

Bestandsplan mit Klebezetteln, Symbolen und Notizen – Raumeinteilung im Garten
Symbole auf dem Plan verschieben, bis die Raumaufteilung stimmt.

Mini-Übung zur Raumeinteilung

  1. Lege deinen Bestandsplan bereit und fixiere Transparentpapier darauf.
  2. Nutze Symbole für deine liebsten archetypischen Elemente und die Funktionen, die du im Garten brauchst.
  3. Verschiebe diese Symbole so lange, bis sich eine stimmige Raumaufteilung ergibt.
  4. Folge deinem Gefühl und probiere aus – du kannst jederzeit alles ändern.

So wächst aus deinen Ideen Schritt für Schritt ein Garten mit Seele und Klarheit. Damit aus dem „Irgendwie schön soll's werden" ein durchdachter Lieblingsgarten wird – voller Seele, Sinn und Struktur.

— Leseprobe · kostenfrei

„Raum für Ideen – Raumeinteilung im Garten"

Ein liebevoll gestaltetes PDF-Kapitel aus dem Leitfaden – direkt in dein Postfach.

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— Schritt 6

Gartengestaltung – Ästhetik, Stil & 7 Tricks für Tiefe

Ein Garten, der die Seele berührt, ist oft ganz leise komponiert – mit Wiederholungen, Rhythmen, Blicken ins Offene und Geheimnissen zwischen den Zeilen.

„Einfachheit öffnet das Tor zur Schönheit."

Zauberhaft wird dein Garten, wenn du das Spiel mit den Feinheiten beginnst. Es geht um Rhythmus, Spannung, Harmonie und den Ausgleich der Kräfte im Garten.

Herbstfärbung mit rotem Fächerahorn hinter geschnittener Hecke – Komposition aus Farbe, Form und Rhythmus
Wiederholung, Einrahmung, Kontrast – das stille Spiel der Gestaltung.

7 Gestaltungstricks für Tiefe, Harmonie und Persönlichkeit

  • Konstante Elemente als roter Faden
  • Perspektiven bewusst nutzen
  • Einrahmen von Gartenansichten
  • Raumstaffelung für Tiefe
  • Punkt – Linie – Fläche als Grundbausteine
  • Rhythmus und Ordnung
  • Die Kunst des Weglassens

— Schritt 7

Garten anlegen Schritt für Schritt – Umsetzung & Pflege

Dein Gartenplan liegt vor dir – und jetzt beginnt die spannende Phase: das Tun! Schritt für Schritt wächst dein Garten zu dem Ort, der deinem inneren Bild entspricht. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Etappen, die du in deinem Tempo gehst.

— a

In Etappen denken

Dein Garten darf wachsen – Stück für Stück, nach deiner Zeit, Kraft und deinen Möglichkeiten. Kleine Schritte, die Freude machen, sind besser als großer Druck.

  • · Was ist jetzt realistisch?
  • · Wo kann ich warten oder Zwischenlösungen wählen?
  • · Wie bleibe ich dran, auch wenn es langsam geht?

— b

In dieser Reihenfolge bauen

  1. 1. Boden modellieren – Hügel, Senken, Beete formen, Wege und Mauern anlegen.
  2. 2. Bauteile bauen – Fundamente für Zäune, Pergola, Gartenhaus.
  3. 3. Beete vorbereiten – Boden lockern, verbessern, mulchen.
  4. 4. Pflanzen setzen – erst wenn alles bereit ist, pflanzt du mit Freude.

— c

Pflanzen entdecken

Schau dich in Gärtnereien und in deiner Nachbarschaft um – was gefällt dir? Probiere aus. Garten ist gestaltete Natur – und Natur ist beständiger Wandel. Fehler gehören dazu: Pflanzen lassen sich versetzen, schneiden und teilen. So wächst du mit deinem Garten.

— d

Pflege als Beziehung

Gartenpflege ist ein Geben und Nehmen. Beobachte, lerne die Bedürfnisse kennen, gestalte sie passend zu dir:

  • · Wie viel Zeit hast du?
  • · Welcher Pflegetyp bist du? (wildliebend, strukturiert, intuitiv …)
  • · Wie kannst du Pflege vereinfachen? (Stauden statt Rasen, automatische Bewässerung)

— Nachhaltig pflegen

Im Einklang mit der Natur

Ein ökologisch gepflegter Garten bleibt lebendig und widerstandsfähig. Achte auf:

  • · Sparsamen Wasserverbrauch
  • · Natürliche Materialien statt Müll
  • · Kompostieren und richtig entsorgen
  • · Unkraut & Schädlinge natürlich regulieren
  • · Dünger und Bewässerung schonend einsetzen
  • · Lebensräume für Insekten schaffen

Dein Garten wird so zu einem kleinen Ökosystem, das dir Kraft schenkt und Freude macht.

— Fazit

Dein Garten, dein Lebensraum

Ein Garten ist viel mehr als Erde, Pflanzen und Wege – er ist ein lebendiger Ausdruck deiner Persönlichkeit, deiner Träume und deiner Liebe zur Natur. Mit einem inneren Bild, einem durchdachten Plan und einer liebevollen Umsetzung schaffst du dir deinen ganz eigenen Rückzugsort, der mit dir wächst und sich wandelt.

Einen Garten zu erschaffen ist ein Prozess, kein einmaliger Akt. Schritt für Schritt, in deinem Tempo und mit Geduld wächst aus kleinen Ideen ein blühendes Paradies. Fehler sind keine Rückschläge, sondern Erfahrungen, die dich und deinen Garten reifen lassen.

Lass dich von deinem Herzen leiten, spiel mit Farben, Formen und Materialien, und pflege deinen Garten als lebendige Beziehung. So wird dein Garten zu einem Ort der Freude, der Kraft und der Ruhe – ein Spiegel deiner Seele und ein Geschenk an dich selbst.

Ich möchte dir Mut machen für den ersten Schritt – und dein Vertrauen stärken, dass dein Garten dich auf wunderbare Weise begleiten wird.

— Tiefer einsteigen · € 33

Leitfaden „Intuitive Gartenplanung"

Der vollständige Weg durch alle 7 Schritte – über 100 Seiten, inklusive Audio und Bonus-Material. Für alle, die nicht nur Impulse, sondern den ganzen Weg wollen.

Zum Leitfaden

„Aus dem ‚Irgendwie schön soll's werden' wird ein durchdachter Lieblingsgarten – voller Seele, Sinn und Struktur."

Barbara Rainer · Landschaftsarchitektin

— Wenn du Begleitung magst

Gartenberatung mit Barbara Rainer

Wenn du nicht alleine planen möchtest – gemeinsam entwickeln wir deinen Garten von der ersten Idee bis zum stimmigen Konzept.