SpÀtherbst: Die Kunst der Gartenpflege im goldenen Licht

Gartenkalender und Gartenpflege | 24. April 2024 | Barbara Rainer

Schon ist der Oktober da! Ein goldener Oktober wĂ€re uns am liebsten! Wo das Laub der BĂ€ume sich noch einmal in allen strahlenden, warmen Feuertönen fĂ€rbt, bevor es endgĂŒltig abfĂ€llt. Interessant, dass sich die Wissenschaftler nicht ganz sicher sind, wie genau die HerbstfĂ€rbung biochemisch abgeht. So viel scheint klar: Chlorophyll ist, was Pflanzen grĂŒn macht. Und das brauchen Pflanzen, um das Sonnenlicht in Energie fĂŒr sich umzuwandeln. Im Herbst bauen manche Pflanzen das grĂŒne Chlorophyll ab. Durch diesen biochemischen Vorgang kommen andere Farbpigmente zum Vorschein: gelbe, rote und orange. Sobald der Baum auch noch die letzten verwertbaren Stoffe aus seinen BlĂ€ttern herausgezogen hat – fĂŒr seinen Energiebedarf – danken die BlĂ€tter ab. Nur das StĂŒtzgewebe bleibt erhalten und fĂ€llt braungrau zu Boden.

Der SpĂ€therbst ist eine Zeit der VerĂ€nderung und Vorbereitung im Garten. Doch trotz des nahenden Endes der Gartensaison gibt es noch so viel zu tun, um unseren geliebten grĂŒnen RĂŒckzugsort fĂŒr die kommenden Monate vorzubereiten.

Wann beginnt der SpÀtherbst?

Bemerkenswert: die FrĂŒhlinge beginnen im Vergleich der vergangenen Jahre immer frĂŒher. Die herbstlichen Jahrenszeiten beginnen immer spĂ€ter im Kalenderverlauf. Naja, immerhin eine Hoffnung, dass die nasskalten Winter kĂŒrzer werden könnten. Die Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst.

Beginn des SpÀtherbstes

Mittlerer Beginn

JĂŒngster Beginn

In Deutschland

19. Oktober

26. Oktober 2023

In Bayern

18. Oktober

25. Oktober 2023

Ebereschen- und Eichenlaub zeigen den SpÀtherbst an

Der SpÀtherbst beginnt, wenn:

  • Blattfall der Eberesche: wenn die Eberesche (Sorbus aucuparia) die HĂ€lfte ihrer BlĂ€tter fallen gelassen hat.
  • Die Stieleiche (Quercus robur) beginnt als letzte, nun auch ihr Laub zu verfĂ€rben.

Als letztes gibt die Stieleiche ihr Laub widerwillig her. Wenn endlich auch ihre BlĂ€tter braun werden, ist der SpĂ€therbst da. Die HĂ€lfte der EbereschenblĂ€tter und anderen Laubgehölze liegt schon am Boden. Auf den Feldern geht das Wintergetreide auf. Lang dauerts nicht mehr, und der erste Frost beendet den Herbst endgĂŒltig.

Gartenarbeiten im SpÀtherbst

Wintervorbereitung fĂŒr Beete

Wenn die BlĂŒte vorbei ist, kannst du Beete lockern, wo du nicht eine eingewachsene Pflanzendecke damit störst. Auch Mulchen oder Nachmulchen zwischen bestehende Pflanzungen ist jetzt gut möglich. Aber Achtung: unter der Mulchschicht fĂŒhlen sich auch WĂŒhlmĂ€use besonders wohl. Hier musst du als GĂ€rtner oder GĂ€rtnerin eben abwĂ€gen....

Du kannst auch gut mit dem anfallenden Laub aus deinem eigenen Garten mulchen.

Aber, wie ist das eigentlich mit dem Mulchen? Dazu lies gerne mehr in meinem Artikel zu Laub und Mulchen

KĂŒbelpflanzen reinbringen

Jetzt wirds aber höchste Zeit, deine kĂ€lteempfindlichen Liebelinge im PflanzkĂŒbel ins geschĂŒtzte Winterquartier zu bringen!

Pflanzen zusammenbinden

GrĂ€ser und schöne SamenstĂ€nde geben im Winter und besonders im Rauhreif ein wunderschönes Bild! Stehen gelassene alte Pflanzenmasse bietet Insekten und anderem Kleingetier einen willkommenen Schutz und Unterschlupf fĂŒr den Winter. Dazu musst du die Pflanzenmasse in den Beeten belassen. Wenn du mehr drĂŒber wissen möchtest, wie du fĂŒr Vielfalt im naturnahen Garten sorgen kannst, kannst du in meinem Blogartikel ĂŒber Vielfalt im naturnahen Garten mehr erfahren.

Oft, leider, können die ersten heftigen WinterniederschlĂ€ge allerdings jede noch so stabile Staude oder standfeste GrĂ€ser gleich nieder drĂŒcken und mit der winterlichen Pracht ist es vorbei. Es kann aber auch so schön sein:

Um GrĂ€ser fĂŒr den Winter zu stabilisieren, kannst du sie in einem BĂŒndel zusammenbinden. Auch bei bruchgefĂ€hrdeten Gehölzen, z.B. Strauchpfingstrosen, bindest du vorm Winter Äste, die dem Gewicht von Schnee, starkem Wind, Eis oder heftigem Regen nicht gewachsen sind, an die Pflanze heran.

Im November kannst du immer noch gut pflanzen!

Du kannst immer noch BĂ€ume, StrĂ€ucher und Stauden/GrĂ€ser pflanzen, solange der Boden noch nicht gefroren ist. Der November ist der ideale Monat, falls du wurzelnackte Gehölze pflanzen möchtest. Stauden und GrĂ€ser, die du jetzt noch in den Boden bringst, wachsen im FrĂŒhjahr munterer drauf los als jene, die du erst im FrĂŒhling in den Boden bringst. Das gilt freilich nur fĂŒr Pflanzen im Topf aus der StaudengĂ€rtnerei. Baumarktware hat selten die erforderliche FreilandabhĂ€rtung genossen.

Freilich kannst du immer noch, solange kein Frost im Boden ist, Zwiebel der FrĂŒhjahrsblĂŒher in den Boden bringen.

Rosen anhÀufeln

(Psst, sags nicht weiter, ich hĂ€ufle meine Rosen nicht an und sie blĂŒhen trotzdem). Aber gut, ich persönlich habe nur Wildrosen und Moschatarosen im Garten. Hast du empfindlichere Rosensorten, so ist es ĂŒblich, diese im SpĂ€therbst durch AnhĂ€ufeln mit Erde zu schĂŒtzen vor der WinterkĂ€lte. Tannenreisig um die Pflanzen legen kann genauso helfen, dass der Frost schwerer an die Pflanzen kommt.

Gehölzschnitt

An frostfreien und trockenen Tagen kannst du gut deine BeerenstrĂ€ucher schneiden. Aber kein Stress. Wenn du das jetzt im SpĂ€therbst verpasst, hast du noch bis in den ErstfrĂŒhling hinein Zeit, den Schnitt an Gehölzen nachzuholen. Jetzt im SpĂ€therbst besteht allerdings nicht die Gefahr, dass du etwa aufkommende Spitzen der FrĂŒhlingsblĂŒher zertrittst bei den Scheidarbeiten im Garten.

Im SpĂ€therbst kannst du dich auch gut von abgestorbenen oder ungĂŒnstig gewachsenen Gehölzen trennen. Solche Schnittmaßnahmen schĂ€digen die begleitenden Pflanzungen am Boden im Herbst und Winter am wenigsten.

Rasen

Im November schneidest du einen akurat geflegten Rasen das letzte Mal zurĂŒck. Einen normalen Spielrasen schneidest du auf 6-10 cm LĂ€nge fĂŒr den Winter. Wie das genau mit dem Rasenschnitt ist, kannst du in meinem Blogartikel ĂŒber Rasen nachlesen.

KĂ€ltereiz zum Keimen

Einige Samen brauchen einen KĂ€ltereiz, sodass sie im kommenden Jahr keimen mögen. Auch etliche mehrjĂ€hrige Blumen im Garten gehören dazu, wie Phlox oder Lavendel, Zierlauche, Veilchen oder Eisenhut und viele mehr. Selten haben wir so viel Geduld, um diese Stauden aus dem Samen zu ziehen und nutzen den Vorteil, grĂ¶ĂŸere Pflanzen gleich in der GĂ€rtnerei zu holen.

EinjĂ€hrige sind Blumen, die einmal blĂŒhen, Samen bilden und deren Laub und Wurzel danach verwelkt und nur die Samen den Fortbestand der Art sichern. Falls du mit EinjĂ€hrigen experimentieren möchtest, dann darfst du folgenden Arten auch Frost vergönnen -und streust jetzt noch deren Samen aus: Vergissmeinnicht, Mohn, Kornblume, LöwenmĂ€ulchen, Königskerzen, Kornrade, Silberblatt.

KĂ€ltereiz zum BlĂŒhen

Bei mehrjĂ€hrigen Pflanzen kann es vorkommen, dass sie eine KĂ€lteperiode durchmachen mĂŒssen, um ĂŒberhaupt zu blĂŒhen. Wenn niedrige Temperaturen herrschen, dann wissen sie gleichsam: Aha! jetzt noch nicht mit BlĂŒte verausgaben, auf gĂŒnstigere Zeiten warten. Diese Intelligenz haben zum Beispiel Azaleen, Hortensien, Bartnelken und Maiglöckchen. Auch Funkien (Hosta), die musst du ĂŒberhaupt nicht vorm Frost schĂŒtzen.

Wintergetreidearten brauchen ebenso niedrige Temperaturen, damit sie unter gĂŒnstigeren Bedingungen ab dem folgenden FrĂŒhjahr zum BlĂŒhen und Fruchten kommen zu können.

Wenn du einen kurzen und praktischen Überblick ĂŒber die Gartenarbeiten im Herbst haben möchtest, dann hole dir hier gerne meine Gartenkalender der Pflegearbeiten zur jeweiligen Jahreszeit.

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