Eine Blumenwiese im Garten anlegen – 4 Tipps wie es gelingt

Pflanzen, Alle, Gartenpflege | 2. Juli 2023 | Barbara Rainer

Dass du eine Blumenwiese anlegen möchtest, finde ich wirklich schön! Du erfĂ€hrst hier, welche Erfahrungen ich mit dem Anlegen blĂŒhender Wiesen gesammelt habe.

Ich habe hier etliche Tipps fĂŒr dich, auf die du achten kannst, sodass deine Blumenwiese gelingt!

Eine Blumenwiese fĂŒr die Artenvielfalt und fĂŒrs Herz

Wahrscheinlich wĂŒnschst du dir eine blĂŒtenreiche Wiese statt eines grĂŒnen Rasens, weil...

  • weil dein Rasen zunehmend vertrocknet und du nicht andauern gießen magst,
  • weil du Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und noch viel mehr Insekten sehen möchtest,
  • weil du ĂŒberhaupt etwas zur Vielfalt in unserer Lebensumwelt beitragen möchtest,
  • weil eine Sehnsucht nach der bunten Blumenwiese deiner Kindheit in dir wohnt.

Was gibt es Schöneres, als den bunten Wiesenblumenstrauß im eigenen Garten!

Jedes Fleckchen Rasen, das du in eine Wiese verwandelst ist ein Beitrag zur Vielfalt im Garten!


Übersicht ĂŒber die Themen in diesem Artikel
 

Du bist dir gar nicht sicher, ob in deinen Garten ĂŒberhaupt eine Blumenwiese passt - wo du sie anlegen sollst? Zu schattig? Zu trocken? Ich kann dir helfen, deinen Garten so zu gestalten, dass deine Garten-RealitĂ€t und deine Gartensehnsucht zusammenkommen.

Blumenwiese mit Wiesenflockenblume und Großem Ochsenauge

8 Fehler, die dir deine Blumenwiese vermasseln

Fehler 1 - Grasfilz

Zu viel Wurzelfilz der Graspflanzen bleibt im Boden.

Die Grasnarbe wird nicht ausreichend aufgerissen bzw. zu viel vorhandener Grasfilz bleibt in der FlĂ€che und die zarten blĂŒhenden KrĂ€uter haben keine Chance zu keimen.

Fehler 2 - Falsches Saatgut

Die Auswahl des Saatgutes: die schönen bunten Samenpackungen enthalten oft einjĂ€hrige und sogar exotische BlĂŒtenpflanzen - die tauchen einmal auf und kommen im Folgejahr nicht wieder.

Fehler 3 - Zu dichte Aussaat

zu dicht ansÀen - viel hilft viel: dieser Spruch gilt bei der Blumenwiese nicht!

SĂ€st du zu viel Saatgut auf zu dichtem Raum, werden sich die Keimlinge gegenseitig Konkurrenz machen.

Fehler 4 - das Saatgut liegt zu tief oder zu oberflÀchlich

Mit Erde ĂŒberdecktes Saatgut kann nicht durch die Bodenschicht durchkeimen. Saatgut ohne guten Bodenkontakt kann trockenfallen und keine ausreichenden Wurzeln in tiefere Bodenschichten ausbilden und verkĂŒmmert.

Fehler 5 - zu viele NĂ€hrstoffe

Der Boden ist zu nĂ€hrstoffreich oder wird sogar noch gedĂŒngt. Das bedeutet, am Ende gewinnen nur die GrĂ€ser und ein paar nĂ€hrstoffliebende BlĂŒtenpflanzen wie Löwenzahn und Hahnenfuß.

Fehler 6 - Falsches MĂ€hen

Zu frĂŒhes oder zu hĂ€ufiges MĂ€hen benachteiligt genau die BlĂŒtenpflanzen, die wir in der Blumenwiese haben möchten.

Fehler 7 - Es fehlen Pflanzen zur Eiablage der Insekten

Neben den BlĂŒtenpflanzen brauchen Schmetterlinge bestimmte Pflanzen zur Eiablage und zur Entwicklung ihrer Raupen

Fehler 8 - Ungeduldig werden

Wer eine Blumenwiese anlegen will, braucht Geduld und einen langen Atem


Wie bekommst du denn nun eine Blumenwiese hin? Die auch eine Blumenwiese bleibt und öfter blĂŒht? Ich beschreibe dir hier, wie es funktionieren kann:

Blumenwiese mit Dianthus deltoides

4 Möglichkeiten, eine Blumenwiese anzulegen

Den Boden darfst du so belassen wie er ist!

Boden ist ein so wertvolles Gut, mit dem wir pfleglich umgehen mĂŒssen! Du bekommst in den seltensten FĂ€llen einen besseren Boden als den, der ohnehin schon auf deinem GrundstĂŒck ansteht – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Etwa, sollte dein Boden schadstoffbelastet sein.

Die buntesten, schönsten Wiesen entwickeln sich auf sonnigen Standorten mit magerer Humusschicht. Aber auch auf fetten (nĂ€hrstoffreichen Standorten kannst du mehr BlĂŒte in deine Wiese bekommen.

Humus abtragen, um abzumagern sowie Sand oder Kies udgl. einarbeiten sind möglich, kannst du dir aber meist sparen.

Ich beschreibe 4 Wege, wie du in deinem Garten eine Blumenwiese etablieren kannst:

Blumenwiese Icon

1 - Blumenwiese durch Entfernen der vorhandenen Pflanzenschicht

Du möchtest möglichst bald BlĂŒten in deiner Blumenwiese sehen und buddelst zum Start deine FlĂ€che mal richtig um.

Blumenwiese Icon

2 - Blumenwiese nach Bodenaustausch

Aus irgendeinem Grund muss der vorhandene Boden weg oder ist durch Bau ohnehin schon weggegraben worden. 

Blumenwiese Icon

3 - Rasen in Blumenwiese umwandeln

Du möchtest deinen bestehenden Rasen in eine blĂŒhende Wiese verwandeln, ohne die ganze FlĂ€che umzuackern.

Du brauchst mehr Geduld, dafĂŒr hast du weniger Aufwand beim Start der Blumenwiese.

Blumenwiese Icon

4 - Wiesentaugliche Stauden pflanzen

Du möchtest, dass die BlĂŒtenpflanzen von Anfang an dominieren und pflanzt sie deswegen gleich schon als etwas grĂ¶ĂŸere Stauden aus dem Topf.

Blumenwiese mit Campanula patula

Das Saatbett fĂŒr eine Blumenwiese vorbereiten

Saatbettvorbereitung durch Entfernen der vorhandenen Pflanzengesellschaft

Bevor du die Wiesensaatgutmischung einsÀen kannst, entfernst du die vorhandene Pflanzengesellschaft. Das schaffst du durch

  • Umgraben
  • PflĂŒgen
  • FrĂ€sen
  • Hacken
  • Abmulchen

Jedenfalls, indem du kurzen Prozess machst mit der Pflanzenschicht auf der kĂŒnftigen WiesenflĂ€che.

Ist die Pflanzschicht erstmal umgebrochen, wirst du schon nach 2-3 Wochen sehen, dass schon wieder was zu sprießen anfĂ€ngt. Neue PflĂ€nzchen wollen die FlĂ€che besiedeln. Wir nennen das, was jetzt keimt, "Spontanflora". Im Klartext Unkraut.

Warum sprießt das Unkraut? Du hast offenen Boden geschaffen: Samen der SamenunkrĂ€uter gelangen aus der Tiefe nach oben und haben jetzt die Chance zu keimen. WurzelunkrĂ€uter sprießen sowieso.

Das Saatbett fĂŒr die Blumenwiese nur oberflĂ€chlich bearbeiten!

Darum ist jetzt eine oberflĂ€chliche Bearbeitung der FlĂ€che angezeigt. Das heißt nicht tiefer als 3 cm! Denn du willst ja nicht neue Samen der SamenunkrĂ€uter aus der Tiefe nach oben schaffen. Das machst du so:

Unkrautmanagement

Mit dem Gartenrechen oder mit dem KrÀuel bearbeitest du die umgebrochene FlÀche, das keimende Unkraut lÀsst wird so beseitigt oder jedenfalls in der Entwicklung gestört. Kann sein, dass du das im Abstand von wiederum 2-3 Wochen wiederholen musst.

Der Boden muss sich setzen

In der Zeit, in der wir das „alte“ Unkraut hervorlocken, es sprießen lassen, um es dann umzurechen, in dieser Zeit setzt sich der Boden. Das soll er auch. Lasse diesem Vorgang mindestens 4 Wochen Zeit bevor du ans aussĂ€en der Blumensaatenmischung denkst.

Blumenwiese mit RosenkÀfer

Saatbettvorbereitung durch Bodenaustausch

In seltenen FĂ€llen musst oder willst du fĂŒr deine Blumenwiese den Boden austauschen. Etwa wenn er we ohnehin weg musst: weil er durch einen Bau von unten nach oben gebaggert weorden ist und du das GelĂ€nde fĂŒr deinen garten ohnehin neu aufmodellieren musst. Oder weil etwas im Boden war, das du da nicht haben willst - etwa Schadstoffe.

Im Falle, dass du eine neue Pflanzschicht aufbaust, halte diese mager. Was bedeutet mager? WĂ€hle einen möglichst nĂ€hrstoffarmen Boden oder eine nur geringe Schicht eines aufgedĂŒngten Pflanzsubstrates oder Kompostes. Die schönsten artenreichsten Blumenwiesen entstehen nĂ€mlich auf mageren sonnigen Standorten.

Unkrautfreies Pflanzsubstrat

Solltest du ein unkrautfreies Pflanzsubstrat bekommen können, dann könntest du das ganze Jahr ĂŒber ansĂ€en. Die Arbeitsschritte mit den SĂ€uberungsschnitten wegen Unkraut entfallen dann. Bitte schreibe mir eine E-Mail, falls du eines gefunden hast. Unkrautfreien Humus gibt es so gut wie nirgendwo.

Manche Profi-GĂ€rtner erzeugen selber welchen, indem sie Boden bzw. Kompost dĂ€mpfen, d.h. alles Leben mithilfe von Dampf abkochen. Das ist teuer und damit wirst du eher selten grĂ¶ĂŸere FlĂ€che neu belegen können.

Spoiler: WurzelunkrĂ€uter scheren sich nicht drum, ob du oberflĂ€chlich 20 cm Boden abgeschert hast und gedĂ€mpftes Substrat aufgebracht hast, die kommen von unten wieder durch. Über Unkraut kannst du in diesem Artikel mehr erfahren.

Hast du stark ausbreitungsfreudige UnkrÀuter in der FlÀche drin, in Massen, dann ist ohnehin guter Rat teuer. Da hilft möglicherweise tatsÀchlich nur, dass du einen GÀrtner bittest, die FlÀche mit einem Herbizid abzuspritzen, bevor du an Blumenwiesenanssat denkst.

Blumenwiese mit Wiesenbocksbart

Rasen umwandeln

Einen Versuch ist es wert: den geringsten Aufwand bereitet es dir, wenn du deinen Rasen belÀsst, die Grasnarbe nicht umgrÀbst. Du probierst, ob der Rasen sich in eine Blumenwiese umwandelt. So kann es funktionieren:

Verabschiede dich unter TrĂ€nen von deinem bisherigen Rasen. MĂ€he ihn noch einmal kurz (2-3 cm) ab. So - das wars jetzt mit dir lieber Rasen. Tut. Uns. Leid. 

Vertikutiere – d.h. reiße das Moos tĂŒchtig aus dem Rasen. Du kannst recht wild vertikutieren, es macht diesmal nichts, wenn du auch Furchen in die Grasnarbe reißt – im Gegenteil, umso besser. Je mehr offene Bodenstellen so entstehen, desto mehr Stellen schaffst du, wo blĂŒtenreiche KrĂ€uter sich ansiedeln können.

Lasse deine Rasen-, besser gesagt kĂŒnftige WiesenflĂ€che aufwachsen. MĂ€he nur noch einmal Ende September / Anfang Oktober. Das MĂ€hgut musst du von der FlĂ€che entfernen.

Du bewirkst mit der MĂ€hgutabfuhr, dass die in der Pflanzenmasse gebundenen NĂ€hrstoffe der FlĂ€che entzogen werden (sie verrotten ja jetzt nicht mehr an Ort und Stelle). So magerst du den Standort nach und nach ab und die blĂŒtenreicher KrĂ€uter bekommen zunehmen mehr Chance, dass ihre Samen keimen können.

Bis die Grasgemeinschaft eine bunte blĂŒhende Wiese geworden ist, kann es ganz schön lange dauern.

So kannst du der blĂŒhenden Wiese nachhelfen

Schaffe offene BodenflĂ€chen: stich mit dem Spaten ein paar Flecken des Grassoden ab (z.B. 3 Spaten breit und lang). So schaffst du offenen Boden. Da keimen KrĂ€uter viel besser, als zwischen den noch recht dicht stehenden GrĂ€sern deines ehemaligen Rasens. Außerdem kannst du hier mit geeignetem Saatgut schon mal neue KrĂ€uter ansĂ€en.

Klappertopf, Augentrost und Wachtelweizen

Klappertopf

In unseren Wiesen gibt es Schmarotzer, oder sogenannte Halbschmarotzer. Am bekanntesten sind die Pflanzen namens Klappertopf.

Die jungen Klappertöpfchen schmarotzen an GrĂ€sern, das heißt, sie saugen ihnen Wasser und NĂ€hrsalze ab. Wenn du einen Landwirt als Nachbarn hast, der GrĂŒnland bewirtschaftet, wird er dich nicht lieben, wenn du Klappertopf in seine FlĂ€chen impfst. In deinem Garten aber kann der Klappertopf den GrĂ€sern zusetzen und sie schwĂ€chen. Zugunsten der blĂŒhenden KrĂ€uter. Fette, nĂ€hrstoffreiche Böden schĂ€tzt der Klappertopf nicht sehr, auf mageren Böden kannst du es mit ihm probieren.

Übrigens sind auch Augentrost und Wachtelweizen Halbschmarotzer. Wenn sich deine Blumenwiese gut entwickelt und der Standort mager ist, kann es gut sein, dass sich ein Augentrost bei dir einfindet!

Blumenwiese mit Achillea millefolium

Blumenwiese durch Auspflanzen von wiesentauglichen Stauden

Wie auch immer du das Saatbeet vorbereitet hast - soferne der Grasfilz mindestens zum ĂŒberwiegenden Teil von der FlĂ€che entfernt ist kannst du auch gleich mit Stauden aus der StaudengĂ€rtnerei kommen. Und geeignete Wiesenblumen einpflanzen, welche schon ein StĂŒck gewachsen sind und sich nicht erst aus dem Keim heraus durchkĂ€mpfen mĂŒssen.

Du pflanzt sie mit einem Abstand von mindestens 30 cm oder weiter in deine kĂŒnftige WiesenflĂ€che. Es gelingt auch gut, dass du deine Wiesenansaat mit einigen wenigen Pflanzen aus dem Topf akzentuierst.

Welche Wiesenstauden dafĂŒr geeignet sind, ist sehr von deinem Standort abhĂ€ngig. Du kannst da jedenfalls auch bei den Saatgutmischungen der professionellen Wiesensaatguthersteller spicken und mal schauen, was so in fĂŒr dich geeigneten Mischungen drinnen ist.

Oft passen folgende Wiesenstauden:

  • Leucanthemum vulgare – Wiesen-Margerite
  • Salvia pratensis – Wiesen-Salbei
  • Achillea millefolium – Wiesen-Schafgarbe
  • Buphthalmum salicifolium – Ochsenauge
  • Knautia arvensis - Wiesen-Witwenblume
  • Lychnis flos-cuculi – Kuckucks-Lichtnelke
Blumenwiese mit Lychnis flos-cuculi

Das Blumenwiesensaatgut richtig auswÀhlen

Eine gute Samenmischung, mit der du mehrere Jahre hintereinander eine blĂŒhende Wiese erschaffst, findest du NICHT im Baumarkt. Die buten Samenpackungen heißen zwar „Wildblumen- und KrĂ€uterwiese“ oder so Ă€hnlich, aber du kannst mit diesem Saatgut keine dauerhafte blĂŒhende Wiese etablieren.

Warum die gÀngigen Wiesen-Samenmischungen keine dauerhafte Blumenwiese machen

Viele blĂŒhende Pflanzen, die wir uns in der Wiese vorstellen, sind EinjĂ€hrige. Das bedeutet, diese BlĂŒtenpflanzen keimen aus dem Samen, blĂŒhen einmal, bilden Samen, welche im selben Jahr noch aussamen. Um im folgenden Jahr einen neuen Keimling zu bilden, der dann wieder zur BlĂŒte kommt, aussamt und so fort. EinjĂ€hrige sind fein in jeder Blumenwiese. Nur:

In den Samenmischungen sind oft exotische Arten zu finden, die nach unserem Winter nicht wieder keimen, oder Arten, die einen regelmĂ€ĂŸig gestörten Boden brauchen, wie etwa auf dem Acker: Klatschmohn, Kalifornischer Mohn, Cosmea, Ringelblume, Kornblume, und so weiter.

Die bunten BlĂŒhmischungen, die du, etwa auf Verkehrsinseln siehst, werden jĂ€hrlich neu auf frisch umgebrochenen Boden ausgesĂ€t. Das kannst du bei dir im Garten freilich auch so machen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass du wenig Bock hast, jedes Jahr deinen Gartenboden aufs Neue umzuackern.

Willst du deine Blumenwiese nicht wie auf dem Acker jedes Jahr neu aufreißen und neu einsĂ€en, sondern eine dauerhafte blĂŒtenreiche bunte Wiese etablieren, ist dir mit diesen Samen nicht geholfen.

Wie wĂ€hlst du die richtige Wiesen-Samenmischung fĂŒr deinen Gartenstandort?

FĂŒr die richtige Saatgutauswahl musst du die Standortbedingungen deiner kĂŒnftigen Blumenwiese kennen:

  • Welche LichtverhĂ€ltnisse herrschen da? - sonnig-halbschattig?
  • Welche FeuchteverhĂ€ltnisse - trocken-frisch?
  • Welche Bodenart hast du - sandig-lehmig?

Arten, die nicht zu deinem Standort passen, verschwinden sehr schnell wieder. Sie machen vielleicht im ersten Jahr einen Farbtupfer. Aber schon im zweiten oder spÀtestens dritten Jahr wirst du enttÀuscht sein, weil ddiese Arten schon wieder verschwunden sind.

Teilst du dem Saatgutlieferanten diese Bedingungen aber richtig mit, kann der die richtige Artenmischung anbieten.

Die professionellen Saatguthersteller berechnen den Anteil der jeweiligen Blumenwiesenart, die zu deinem Garten passt. Sie wĂ€hlen die Anteile je nach Gewicht der Samen und nach keimfĂ€higkeit der Samen - fĂŒr jede einzelne in der Mischung beteiligte Art. Das hat den Sinn, dass jede in der Mischung enthaltene Pflanzenart gleich hohe Chancen hat zu keimen und sich als junges PflĂ€nzchen zu entwickeln. Das ist ganz schön ausgefuchst und eine Kunst fĂŒr sich! Die richtige Abstimmung von Standort und Saatgutmenge ĂŒberlassen wir mal besser den Profis.

Blumenwiese mit Wiesenbocksbart

Bezugsquellen fĂŒr Wildblumen-Saatgut

Wer beherrscht nun die Kunst der Wiesensaatgutmischung fĂŒr dauerhaft etablierbare Blumenwiesen?

Verschiedene Hersteller bieten verschiedene Mischungen an. Du findest spezielle Mischungen wie

  • Schotterrasen-Blumen-Mischung
  • Blumen-KrĂ€uterrasen
  • Wildblumenwiesen
  • Halbschattenwiese

und dergleichen mehr.

Die folgende AufzĂ€hlung ist nicht erschöpfend, fĂŒhrt dich aber zu kompetenten Anbietern, an deren Angebot du dich orientieren kannst:

Syringa Samen

Hof-Berggarten

Rieger-Hofmann

UVA-Samen

Voitsauer Wildblumensamen 

Bezugsquellen fĂŒr Wildsamen nach Bundesland in Deutschland

Bunter Rasen

Die Saatgutmischung fĂŒr die Blumenwiese richtig aussĂ€en

Der richtige Zeitpunkt fĂŒr die Ansaat

FrĂŒhestens 4 Wochen nach dem Umbrechen deiner kĂŒnftigen WiesenflĂ€che (sodass sich der Boden setzen konnte).

Bei hohem Unkrautdruck nicht zu frĂŒh ansĂ€en und lieber noch ein oder zwei Unkraut-HackgĂ€nge erledigen vor der Ansaat.

Blumenwiesen-Ansaaten gelingen gut vor Ende Juni. SĂ€st du zu frĂŒh oder spĂ€ter, wirst du merken, dass viele Samen nicht gekeimt haben werden.

Vorbereitung am Tag der Ausaat fĂŒr die blĂŒhende Wiese

Du hast etliche Wochen gewartet und immer wieder das auflaufende Unkraut umgeharkt. Jetzt bearbeitest du deine kĂŒnftige WiesenflĂ€che noch ein letztes Mal. Du gehst wieder mit dem Rechen oder dem KrĂ€uel oberflĂ€chlich (😊!) ĂŒber die FlĂ€che, und zwar an dem Tag, an dem du das Wiesensaatgut aussĂ€st.

Saatgutmenge fĂŒr Blumenwiesensaaten

Du musst die hierbei nach den Angaben des Saatgutherstellers richten. Die auszusÀenden Saatgutmengen sind winzig klein. Der Gedanke viel hilft viel gilt hier einmal nicht!

Mehr Saatgut pro mÂČ erhöht nĂ€mlich nicht den Keimerfolg, sondern im Gegenteil: deine Ansaat gelingt dann schlechter.

Wiesenskabiose

Wie du richtig aussÀst

Teile das Saatgut fĂŒr deine FlĂ€che in 2 HĂ€lften.

Gegebenenfalls kannst du das wenige Saatgut mit Sand vermischen oder mit trockener Erde oder einem anderen organischen FĂŒllstoff. Manche Hersteller bieten diese Stoffe mit dem Saatgut auch gleich direkt mit an. Die Mischung kannst du besser in die Hand nehmen zum AussĂ€en.

Erster Gang: lÀngs sÀen

Du verteilst, d.h. sÀst die erste halbe Saatgutmenge, indem du deine FlÀche lÀngst abschreitest.

Zweiter Gang: quer sÀen

Das zweite Mal nimmst du die zweite HÀlfte des Saatgutes und schreitest deine FlÀche quer ab und sÀst aus.

Dritter Gang Walzen

Das Saatgut bleibt so liegen, wie es fÀllt. Nicht zudecken oder einrecheln! Da die Samen allerdings Erdkontakt brauchen zum Keimen, WALZT du deine FlÀche im dritten Arbeitsgang. Dazu gibt es eigens Rasenwalzen, du kannst aber auch mit der Schaufel anklopfen oder dir Bretter unter die Schuhe montieren und die FlÀche so quasi antreten.

Jeder Same braucht guten Erdkontakt, aber die Samen nicht mit Erde bedecken.

BewÀssern?

Jein. Nach Möglichkeit nicht. Denn du wirst einen teil der Samen verschwemmen.

Andererseits: wenn dein Saatbeet völlig trockenfÀllt keimen die Samen schlecht. Und es regnet ja auch mal vom Himmel - wenn es regnet.

Also, der goldene Mittelweg. Wenn unbedingt erforderlich: wÀssere die neu angesÀte FlÀche mit ganz sanftem Wasserstrahl! Nicht scharf oder mit dickem Schwall einwÀssern!

Blumenwiese mit Distelfalter

Wann keimt meine Blumenwiese endlich!?

Die Blumenwiesen-Samen brauchen ihre Zeit zum Keimen!

Geduldsprobe

Die nÀchste Zeit fordert deine Geduld heraus: es tut sich ewig nichts. Das ist der normale Ablauf. Du hast alles richtig gemacht.

Du musst schon je nach Witterung 4, 6 oder 8 Wochen warten, bis sich was tut. In dieser Zeit machst du auf der FlĂ€che: GAR NICHTS. 

Es dauert , bis die neuen Samen der Pflanzen, die du da haben willst, auskeimen. Was aber flott keimen wird ist – du ahnst es schon – Unkraut.

Wenn du Unkraut rupfst, schadest du den keimenden Wildpflanzen. Jeder neu geöffnete Boden ermöglich neuen Unkrautsamen, sich zu entwickeln. Sollte wirklich mal wo Unkraut weg mĂŒssen, dann schneide es lieber ab.

Jede neu angesĂ€te Blumenwiese sieht im ersten Jahr richtig scheiße (uuups) aus. Auf den ersten Blick: nur Unkraut. Das stimmt so. Auch der Deckungsgrad ist noch ungenĂŒgend. Da musst du jetzt durch und auch die PflĂ€nzchen, die du da eigentlich in Zukunft sehen möchtest, mĂŒssen da erst mal durch.

Blumenwiese mit Heuschrecke

Pflege der Blumenwiesen-Ansaat im ersten Jahr

Unkrautschnitt nach dem Auflaufen des Saatgutes

Nicht JĂ€ten!

JĂ€te auf gar keinen Fall!!! Jede Pflanze, die du raus reißt, hinterlĂ€sst offenen Boden. Da keimt das nĂ€chste Unkraut fröhlich. Also: bitte nicht jĂ€ten! Sondern:

SĂ€uberungsschnitt

Sobald der neue Aufwuchs nach der initialen Ansaat etwa kniehoch geworden ist, erledigst du einen „SĂ€uberungsschnitt“. Schneide alles etwa 10 cm hoch zurĂŒck. Das Schnittgut sammelst du und entsorgst es. Es bleibt auf keinen Fall auf der FlĂ€che. Du kannst das z.B. mit einem RasenmĂ€her erledigen, der einen Fangsack hat. Es kommt darauf an, wie nĂ€hrstoffreich dein Boden ist. Je nachdem musst du im ersten Ausaatjahr öfter oder weniger oft einen SĂ€uberungsschnitt durchfĂŒhren.

Hast du Pech und sehr hohen Unkrautdruck, das wie wild wĂ€chst, dann hilft nur: iim Ansaatjahr die neue Ansaat kurz halten. Also quasi wie beim RasenmĂ€hen regelmĂ€ĂŸig auf 10 cm runtermĂ€hen. So etablierst du z.B. auch den Bunten Rasen.

Zweck der Übung ist, dass du dauernd fĂŒr Licht sorgst, welches die jungen Pflanzen der Wildblumen brauchen, um sich zu entwicklen. Und die einjĂ€hrigen AckerunkrĂ€uter können so nicht aussamen. Entferne alles Schnittgut von der AnsaatflĂ€che.

Wo bleiben die Blumen im ersten Ausaatjahr?

Jede neu angelegte Blumenwiese wird dich erst im Jahr nach der Aussaat erfreuen. Das Jahr der Ansaat ist eine Zumutung. Du bekommst das GefĂŒhl - das wird nix. Aber: nur Mut!

Eine Blumenwiese anlegen ist ein Wagnis ohne gewissen Ausgang

Es ist immer ein Spiel mit Versuch und Irrtum, mit Hingabe an die AblĂ€ufe in der Natur, die wir nicht beeinflussen können. Du brauchst bereitschaft zum Experiment, Lust zur Beobachtung, und du darfst dich drauf einstellen, dass es jedes Jahr neue Überraschungen geben wird!

Den ersten Blumenstrauß deiner Blumenwiese

wirst du im aufs Ansaatjahr folgenden Jahr pflĂŒcken können. Im ersten jahr tut sich da noch nichts.

Schneckenplage?

Die Wiese ist fĂŒr die Schnecken das Premium-Buffet schlechthin! Tja...

Gehe mal davon aus, dass die blöden Schnecken nicht alles verspeisen und genug ĂŒbrig bleibt, dass sich die Wiese entwickeln wird. Solltest du aber ratz fatz nurmehr ein insbesondere Nacktschnecken-Eldorado vorfinden und keine Keimlinge mehr ĂŒbrig sein. Tja – Schicksalsgenossinnen und -genossen: dann hilft wohl nur die chemische Schneckengiftkeule.

Vorbereiten der Blumenwiesen-Ansaat fĂŒr den ersten Winter

Artenreiche Blumenwiesen wurden frĂŒher 2-schĂŒrig gemĂ€ht. Das bedeutet: einmal im Juni, einmal im September. So machst du es mit deiner Blumenwiese auch:

Erster Schnitt zwischen Ende Mai und Ende Juni -  das Schnittgut kann auf der FlĂ€che trocknen, dann rĂ€umst du es ab und verwendest es fĂŒr Tiere, zum Basteln oder andere Zwecke – jedenfalls soll es von der FlĂ€che entfernt werden.

Im SpĂ€tsommer/FrĂŒhherbst schneidest du noch einmal – MĂ€hgut entfernen.

Achte darauf, dass die Wiese gemÀht in den Winter geht. MÀhe aber nicht zu spÀt. Frisch geschnittene GrÀser und KrÀuter nehmen leichter Schaden, wenn der Frost kommt.

Ob deine Ansaat Erfolg hatte, zeigt sich dann erst im VollfrĂŒhling (Mai) des Folgejahres. Ich halte dir die Daumen! 

Blumenwiese mit Wiesen-Flockenblume und Schachbrettfalter

Pflege der Blumenwiese in den Folgejahren

Blumenwiesen wie wir sie kennen sind das Ergbnis jahrzehntelanger, ja jahrhundertelanger extensiver bÀuerlicher Bewirtschaftungsweise!

Extensiv meint: es wurde und wird stellenweise immer noch ein- oder zweimal im Jahr gemĂ€ht und es kommt kaum Stallmist auf die FlĂ€chen, sodass die FlĂ€chen im Großen und Ganzen mager bleiben.

Blumenwiesen wachsen zwar hoch auf, aber zwischen den Pflanzen kommt Licht bis zum Boden, die FlĂ€che ist weniger dicht bewachsen als bei den Wirtschaftswiesen im gedĂŒngten GrĂŒnland.

Damit auf der FlÀche, wo deine Blumenwiese sich etablieren soll, kein dichter Filz auf dem Boden entsteht, musst du sie genau so auch mÀhen.

Unterbleibt diese Mahd – oder wird die Bewirtschaftung einer Blumenwiese in der Kulturlandschaft aufgegeben, dann knickt der ungemĂ€hte Pflanzenbestand im Winter um und bildet den dichten Filz am Boden, der den Samen der blĂŒtenreichen KrĂ€uter wenig Chance zum keimen bietet.

Die Blumenwiese mÀhen

MÀhe also mindestens einmal im September und entferne das MÀhgut von der FlÀche.

MĂ€hst du zweimal, dann sind die richtigen Zeitpunkte Mai/Juni und September. Variiere den Schnittzeitpunkt der Mahd im Mai/Juni. oder mĂ€he streifenweise etwas frĂŒher oder etwas spĂ€ter. Je nachdem werden andere KrĂ€uter sich in dem einen Jahr hĂ€ufiger zeigen als im anderen.

Wenn du das MĂ€hgut auf der FlĂ€che belĂ€sst, werden die NĂ€hrstoffe, die in der Pflanzenmasse gebunden sind, wieder dem Boden zurĂŒckgefĂŒhrt. Da wir aber mit dem regen heutzutage schon genug NĂ€hrstoffe zugetragen bekommen, solltest du besser zusehen, dass deine Blumenwiese möglichst mager bleibt. Außerdem verfilzt liegen bleibendes MĂ€hgut den Boden und die blĂŒhenden KrĂ€uter keimen schlecht. GrĂ€ser bekommen die Oberhand.

DĂŒngen

DĂŒnge deine Blumenwiese niemals

Die Blumenwiese wandelt sich

Du darfst erwarten, dass sich deine blĂŒhende Wiese jedes Jahr anders zeigt. Arten kommen und gehen, die Farbzusammenstellung wird sich auch verĂ€ndern.

Es ist erlaubt, dass du spielst: du kannst immer wieder mal offene Bodenstellen schaffen und dort KrÀuter nach sÀen, mit denen du es mal probieren möchtest.

Raupe des Schwalbenschwanzen an Staudenfenchel

Nicht blĂŒhende Helfer fĂŒr die Insekten in der Wiese dulden

Wenn es endlich blĂŒht, kommen bestimmt auch Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und unzĂ€hlige andere Insekten zu Besuch in deine Wiese. Sie trinken an den BlĂŒten.

Irgendwo wollen und mĂŒssen die Insekten ja auch ihre Nachkommen heranziehen. Schmetterlinge z.B. brauchen geeignete Pflanzen, um ihre Eier abzulegen. Auf Pflanzen, die den Raupen dann als Nahrung dienen können. Diese wichtigen Pflanzen sind nicht unbedingt jene, die schöne BlĂŒten entwickeln. Wichtig sind z.B.:

Brennesseln, Echtes Labkraut, Wilde Möhre, Zottiges Weidenröschen

Blumenwiese mit Daucus carota und Goldwespe

Da drauf entwickeln sich die Raupen vom Schwalbenschwanz, dem Kleinen Fuchs, TaubenschwÀnzchen, diverse SchwÀrmerarten, Tagpfauenauge

Wenn wir diese Pflanzen nicht auch in einer Ecke unserer GĂ€rten tolerieren, dann ist unsere BemĂŒhung, fĂŒr Insekten etwas zu bieten, umsonst.

Tun wir was mit unserren Blumenwiesen und einigen wilden Ecken im Garten fĂŒr die Vielfalt im Garten!

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